Drehscheibe Nr. 110 Juni 2025

11 Ausgabe 110 - Juni 2025 | 90 Jahre GKB-Busbetrieb 2/2 | HISTORISCHE BETRACHTUNGEN weise mit Videoanlagen oder Wunschkennzeichen ausgestattet. Anfang der 1990iger Jahre wurde das Reisebüro der GKB in eine selbstständige Tochterfirma umgewandelt. Leider endete auch diese Hochphase durch das weitere Fortschreiten des Individualverkehrs und das Busgeschäft wurde zunehmend schwieriger. Als der neue Bereichsleiteiter Prok. Peter Schartel im Jahr 1990 zur GKB kam, machte der Busbetrieb „ein jährliches Minus von 10 Millionen Schilling und stand an der Kippe zur Auflösung“, wie er in einem Interview 2005 ausführte. Der Busbetrieb im Verkehrsverbund Im Jahr 1993 wurde in der Steiermark ein Verkehrsverbund eingeführt. Die GKB erweiterte dafür ihre Linien und investierte in neue Busse. Auf der Strecke Graz – Köflach begründete man den Gemeinschaftsverkehr mit der Firma Watzke. Der GKB-Busbetrieb wurde unter Prokurist Schartel umstrukturiert und konzentrierte sich nun auf das Kerngeschäft. Im Jahr 1995 verkaufte man das Reisebüro und drei Reisebusse. Unter dem neuen Generaldirektor Mag. Franz Weintögl, er hatte die GKB am 18. Juni 1998 übernommen, wurde schließlich ein starkes Investitionsprogramm gestartet. Der erneuerte Fuhrpark bestand im Jahr 2005 aus 43 Fahrzeugen mit einem Durchschnittsalter von 4 Jahren und der Busbetrieb beschäftigte 53 Mitarbeiter:innen. Vier Jahre später beförderte man auf 28 Linien mit 41 Linien- und 2 Reisebussen bereits 6,1 Mio. Passagiere im Linienverkehr, sowie 53.000 Personen bei Sonderfahrten im In- und Ausland. Dabei wurden insgesamt 1,9 Mio. Kilometer zurückgelegt. Bei der Beschaffung von Bussen setzte man weiter auf die Marke Setra und später auf umweltfreundliche IRIS-Busse, wodurch der Fahrpark mittelfristig einheitlicher wurde. Über die Jahre entwickelten sich die Fahrgastzahlen im Busbereich stabil. Mit rund 6 Mio. Fahrgästen pro Jahr erwirtschaftete der Busbetrieb gute Gewinne und wurde zum wichtigsten öffentlichen Mobilitätsdienstleister auf den Straßen der Weststeiermark. Am 1. Jänner 2016 übernahm mit Nicole Wancura erstmals eine Frau die Leitung des Busbetriebes und 2021 startete die erste Buslenkerin bei der GKB. Mittlerweile beträgt der Frauenanteil im Busbetrieb bereits überdurchschnittliche 11 Prozent, obwohl es lange schwierig war Busfahrerinnen zu finden. Vom Linienverkehr zum RegioBus Durch die Veränderung des Mobilitätsverhaltens der Menschen und neue Klimaziele, wurde ein erneutes Umdenken notwendig. Um Regionen abseits der Bahn schrittweise eine ähnliche Angebotsqualität, wie bei der steirischen S-Bahn bieten zu können, wurden die RegioBus-Verbindungen eingeführt. Ziel des Landes Steiermark und des Verkehrsverbundes ist es, dass es – in Kombination mit dem Mikro-ÖV – keine weißen Flecken mehr gibt. Der RegioBus leistet dazu einen wesentlichen Beitrag. In den vergangenen Jahren wurden die steirischen Regionen nach und nach mit neuen Fahrplankonzepten ausgestattet, die Verkehrsplanung sowie die Fahrgastinformation zentralisiert und das Fahrplanangebot verbessert. Eine Neustrukturierung in regionalen Busbündeln, die europaweit ausgeschrieben wurden, rundete diese Entwicklung ab. Alle Busse erhielten außerdem ein einheitliches hellgrün-weißes RegioBus-Design, wodurch die rote GKB-Lackierung der Vergangenheit angehörte. In der Weststeiermark brachte dies massive Angebotsausweitungen und Qualitätsverbesserungen, aber auch die bessere Abstimmung auf die Bahn. Die GKB bedient aktuell mit vielen engagierten Mitarbeiter:innen die Busbündel in Deutschlandsberg und Voitsberg. Die Busse der GKB stellen somit weiter das Rückgrat des Personennahverkehrs auf den Straßen der Weststeiermark dar, man engagiert sich mit regioMobil oder flux aber auch im innovativen Mikro-ÖV-Bereich. Text: Mag. Ernst Suppan Quelle: Archiv & Festschrift 50 Jahre Kraftwagenbetrieb bei der GKB von Dr. Krafft-Ebing / Fotos: GKB_Archiv SETRA-Busse im Jahr 2003 bei der BBSt in Köflach Die Busse der GKB sind b. jedem Wetter unterwegs Moderner Busbahnhof in Söding-Mooskirchen

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