Drehscheibe Nr. 113 März 2026

20 | Ausgabe 113 - März 2026 mus des Flusses. Einheimische Händler, Mönche in safranfarbenen Roben und Reisende aus aller Welt sitzen nebeneinander, während draußen eine Landschaft vorbeizieht, die wie aus der Zeit gefallen scheint: bewaldete Hügel, kleine Bambusdörfer, Fischer in schmalen Booten. Wasserbüffel stehen im flachen Uferwasser, Kinder winken vom Ufer. Die Menschen in Laos wirken zunächst zurückhaltend. Doch ein freundlicher Blick genügt – und ein Lächeln erscheint. Dann sind sie offen, hilfsbereit und neugierig. Luang Prabang – Kolonialcharme und Tempelgold Die ehemalige Königsstadt liegt malerisch am Zusammenfluss von Mekong und Nam Khan. Französische Kolonialhäuser mit Fensterläden stehen neben goldenen Tempeln, schmale Gassen führen zu kleinen Cafés und Restaurants. Am Abend verwandelt sich die Hauptstraße in einen bunten Markt. Händler breiten Stoffe, Handarbeiten und Gewürze aus, aus Garküchen steigt der Duft von gegrilltem Fleisch, Zitronengras und Chili. Reisende schlendern zwischen den Abendlicher Blick auf den Fluß Mekong in Luang Prabang im Land der Stille Zwischen Thailand, Vietnam, China und Kambodscha liegt ein stilles südostasiatisches Land, das lange im Schatten seiner Nachbarn stand: Laos wirkt ruhig, beinahe zeitlos – ein grünes Binnenland, in dem der Mekong gemächlich durch Berge und Dschungel fließt. Goldene Tempel ragen aus Palmenhainen, kleine Dörfer schmiegen sich an die Flussufer. Doch hinter dieser Gelassenheit verbirgt sich eine bewegte Geschichte: vom mächtigen Königreich Lane Xang über französische Kolonialherrschaft bis hin zu Bürgerkrieg und Kaltem Krieg. Erst seit den 1990er Jahren öffnet sich die Demokratische Volksrepublik langsam dem Tourismus. Für mich wurde Laos das Ziel einer zweimonatigen Entdeckungsreise. Langsam flußabwärts Der Einstieg könnte kaum passender sein: eine langsame zweitägige Bootsfahrt auf dem Mekong, der Lebensader des Landes. Von Huay Xai, an der Grenze zu Thailand, fährt ein langes Holzboot flussabwärts nach Luang Prabang. Das Leben an Bord folgt bald dem RhythStänden, während über den Tempeldächern der Sonnenuntergang in kräftigen Farben erstrahlt. In den frühen Morgenstunden zeigt sich eine andere Seite der Stadt. Noch vor Sonnenaufgang ziehen lange Reihen von Mönchen barfuß durch die Straßen. In stiller Zeremonie sammeln sie Almosen. Etwa zwei Drittel der Laoten sind Buddhist:innen. Daneben prägt der Glaube an Naturgeister das spirituelle Leben. Ein Tagesausflug führt mich zum Tad-Se-Wasserfall im Dschungel. Das Wasser sammelt sich in türkisfarbenen Becken zwischen Kalksteinfelsen. Nicht viele Tourist:innen kennen den abgeschiedenen Wasserfall, was mir die Möglichkeit eines ausgiebiges Bades gibt. Per Boot und Zug durch Laos - Die Reise durch ein stilles Land Papierschirme an einer laotischen Straße

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