10 | Ausgabe 114 - Juni 2026 HISTORISCHE BETRACHTUNGEN | 50 Jahre Stollenschließung Bei der GKB denken wir in Deutschlandsberg an Bahn- und Busvekehr. Zu Beginn stand das „B“ jedoch für Bergbau: Aber vor über 50 Jahren wurde der letzte Stollen im Wies-Eibiswalder Revier geschlossen. Tatsächlich entstand die GKB im Jahr 1856 aus einer Vereinigung von BergbauUnternehmern aus dem Köflacher Revier. Ausgehend von der Weststeiermark und der damals errichteten Bahnlinie GrazKöflach ging man auch weiter in Richtung Süden: In den 1870ern wurde die Bahnlinie Lieboch-Wies gebaut, um auch im Wieser Revier (St. Ulrich, TombachPitschgauegg, Aug-Schönegg, PölfingBergla, Steyeregg, Kalkgrub-Limberg, Gaisseregg, Schwanberg) und im Eibiswalder Revier (Feisternitz, Eichberg-Aibl, Stammeregg-Bachholz, Hörmsdorf, Vordersdorf, Wernersdorf, Unterfresen) Kohle zu fördern. Von Eibiswald wurde das Material per Seilbahn nach Pölfing-Brunn befördert – ein Bahnhof wurde dort nie gebaut, u. a. weil 1906/07 die Sulmtalbahn nach Leibnitz gebaut wurde. 1967 war sie nicht mehr rentabel und wurde eingestellt. GKB-Bergbau vom 18. Jahrhundert bis heute Im Wies-Eibiswalder Revier war schon Ende des 18. Jahrhunderts die erste hochwertige Glanzkohle gefunden worden. Seine Glanzzeit erreichte der Kohlebergbau in den 1950ern: Von der GKB wurden über drei Millionen Tonnen Kohle gefördert, fast die Hälfte des österreichweiten Ertrags – man war der größte Kohleproduzent Österreichs. Es sollte nicht lange anhalten: Heizöl verdrängte die Kohle, auch die Vorräte in den Gruben gingen zu Ende. 1975 wurde in Bergla, dem modernsten Bergbau der GKB, die letzte Kohle im Revier gefördert. Hier war einst sogar ein Kraftwerk angedacht. Nach der Schließung errichtete man am Standort des einstigen Werks die Wolframhütte, die heute ein Weltmarktführer für diesen Rohstoff ist. In den 1990ern war der Untertage-Bergbau endgültig Geschichte, in Voitsberg-Köflach wurde noch bis 2004 obertägig abgebaut. Insgesamt wurden im Revier Wies-Eibiswald mehr als 16 Millionen Tonnen Kohle gewonnen, in Voitsberg-Köflach zehnmal so viel. Die Zeiten des Bergbaus sind in der Weststeiermark längst vorbei – Spuren sind teilweise noch zu erkennen, einstige Untertagebauten sind verfüllt. Bis heute kümmert sich die GKB-Bergbau GmbH um die Sicherung der ehemaligen Gruben. 50 Jahre ist es her, dass in Bergla die letzte Grube im Bezirk Deutschlandsberg geschlossen wurde. Als um die Jahrtausendwende auch der letzte Tagbau in Voitsberg zu Ende ging, wurde die GKB-Bergbau GmbH gegründet. Sie wurde von der Graz-Köflacher Bahn und Busbetrieb GmbH getrennt und gehört heute der Österreichischen Beteiligungs AG. „Wir sind mit notwendigen Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen bei Altbergbauen im gesamten Bundesgebiet beschäftigt“, erklärt Geschäftsführer DI Hanspeter Nußbacher ihre Aufgaben. Noch über 300 Öffnungen hinab in die Tiefe So betreut die GKB-Bergbau GmbH altbergbaulich und industriell beeinflusste Flächen von rund 170 km² in ganz Österreich – finanziert aus Eigenmitteln, nicht aus Steuern. Rund 20 km² bergbaulich beeinflusste Flächen verantwortet die Vom Kohleabbau zur Stollensicherung – Bergbau im Wies-Eibiswalder Revier Aus dem letzten Kohlebergbauwerk in Bergla wurde die heutige Wolfram-Hütte
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