9 Ausgabe 115 - September 2026 | Verkehrsverbundgeschäftsführer Dr. Peter Gspaltl | INTERVIEW Peter Gspaltl wurde 1964 in Graz geboren. Er studierte technische Chemie an der Technischen Universität Graz, wo er 1995 auch promovierte. Danach arbeitete er bis 1999 bei der Lenzing AG und wechselte von dort ins Grazer Umweltamt. Von 2005 bis 2009 war er Fachreferent im Umweltressort der Landesregierung unter Landesrat Wegscheider. 2010 wechselte er als Leiter der Fachabteilung für den Amtssachverständigendienst sowie als stellvertretender Leiter der Fachabteilung für Wohnbau und Erneuerbare Energie in die steiermärkische Landesverwaltung. Ab 2015 war er im Ressort für Umwelt- und Verkehr tätig, wo er unter den Landesräten Leichtfried und Lang als Fachreferent und Büroleiter-Stv. für Öffentlichen Verkehr, Umwelt, Energie und Klimaschutz verantwortlich war. In all diesen Funktionen war er auch immer ein wichtiger Impulsgeber und Wegbegleiter der S-Bahn Steiermark sowie des RegioBus Steiermark. Am 1. Juli 2019 wurde Dipl.-Ing. Dr. Peter Gspaltl schließlich zum Geschäftsführer der Verkehrsverbund Steiermark GmbH bestellt. Privat engagierte sich der verheiratete Vater eines Sohnes als Bürgermeister von Grambach in der Gemeindepolitik. Peter Gspaltl ist passionierter Chilizüchter. Als großer Eishockeyfan und ehemaliger ATSE-Spieler hält er den Graz 99ers bei jedem Spiel die Daumen. fentliche Verkehr als zentraler Bestandteil, als Rückgrat einer modernen Mobilität, weiter an Bedeutung gewinnen. Er wird aber immer eine von mehreren Mobilitätsformen sein. Sharing-Angebote, aktive Mobilität wie Zu-Fuß-Gehen und Radfahren sowie Mikro-ÖV-Angebote unter dem Titel „Mobility as a Service“ und auch neue technische Möglichkeiten wie autonomes Fahren werden angesichts der sich verändernden Anforderungen an Bedeutung gewinnen und neue Möglichkeiten eröffnen. Wir als Verkehrsverbund wollen und werden dabei mit unserem Angebot eine zentrale Rolle einnehmen. Dazu brauchen wir natürlich unsere Partner bei den Verkehrsunternehmen, wobei ich an der Stelle besonders den Innovationsgeist und Spirit bei der GKB hervorheben möchte. Dafür Danke! Drehscheibe: Schauen wir noch kurz in die Zukunft: Die Koralmbahn ist eröffnet und der Semmering-Basistunnel geht bald in Betrieb. Wie wirken sich diese Jahrhundertprojekte auf die Menschen und ihre Mobilität aus? GF Gspaltl: Mit der Inbetriebnahme der Koralmbahn wurden zwei Wirtschafts-, Bildungs- und Lebensräume erschlossen, die den Öffentlichen Verkehr zwischen Steiermark und Kärnten auf eine völlig neue Dimension heben. Gemeinsam mit den massiven Angebotserweiterungen auf der S-Bahn und den neuen Interregioverbindungen ergibt sich eine ideale, kostengünstige und klimaschonende Mobilitätslösung für Pendler:innen, Student:innen aber auch im Freizeitverkehr. Graz und Klagenfurt sind zu Nachbarstädten geworden. Venedig und Triest liegen vor der Haustür. Taktverdichtungen nach Wien und neue Verbindungen in alle Richtungen schaffen neue Qualitäten, die von den Fahrgästen mit Begeisterung angenommen werden. Mit der Inbetriebnahme des Semmeringtunnels wird im Bahnverkehr in den nächsten Jahren wiederum eine neue Zeitrechnung beginnen. Wir bereiten uns schon darauf vor. Drehscheibe: Danke für das Interview!
RkJQdWJsaXNoZXIy NTgxNjc=