Von der Weststeiermark nach Europa

106 Unternehmensdiversifizierung und Kontinuität im Verkehrsbereich Die Kohlenfördermenge im weststeirischen Revier sank Anfang der 1990er-Jahre spürbar. Dies lag vor allem an der sinkenden Nachfrage und dem im Vergleich zu den Erwartungen geringerem Verbrauch des Kraftwerks Voitsberg. 1992 wurden daher lediglich noch 1,2 Millionen Tonnen Kohle in den zwei Betrieben der GKB abgebaut. Im Vergleich zum Jahr 1990 bedeutete dies einen Rückgang von mehr als 15 Prozent. Unterdessen gingen die Bemühungen zur Umgestaltung der ehema - ligen Bergbaugebiete weiter. So wurde 1992 die Golfanlage Piberstein eröffnet. Ein Jahr später fand das Unternehmen auch für die ehemalige Zentralsortierung eine neue Verwendung. Der Gebäudekomplex wurde an die Firma Quarzolith verkauft, welche mit der Produktion von Baustoffen begann. Ab 1995 produzierte die GKB schließlich nur noch Kraftwerkskohle. Im selben Jahr fiel die Fördermenge imwest - steirischen Revier auf 1,1 Millionen Tonnen Kohle. Im Eisenbahnbereich ergaben sich Mitte der 1990er-Jahre keine einschneidenden Veränderungen. Nach dem Ankauf moderner Doppelstockwagen im Jahr 1993 wurde der Fuhrpark nicht mehr erweitert. Generell blieb die Bahnsparte der GKB von staatlichen Zuschüssen abhängig. Diese erreichten 1994 den Rekordwert von 399,8 Millionen Schilling. Der größte Kostenpunkt war wie schon in den Jahren zuvor die Verlustabdeckung. Ab 1996 sank das Volumen der staatlichen Unterstüt - zung auf 333 Millionen. Dies lag vor allem am Ausbleiben von Investitionsförde - rungen sowie an den geringer werdenden Zuschüssen für die Doppelstockwagen. Größte Kostenstelle blieb mit Abstand die Verlustabdeckung. Diese belief sich wei - terhin auf über 200 Millionen Schilling. Anders als im Eisenbahnbereich kam es in der Bussparte zu einigen Veränderun- gen. Diese betrafen sowohl den Linien- als auch den Reiseverkehr. So wurde 1991 nach 37 Jahren die Verbindung zwischen Deutschlandsberg und Glashütten einge - stellt. Im selben Jahr kam es zur Erweiterung der Linie 30 um die Strecke St. Martin im Sulmtal – Bergla – St. Peter – Wieden. Das Reisebüro der GKB hatte sich in der Zwischenzeit zu einer selbstständig agierenden Tochterfirma entwickelt. Aufgrund der anhaltenden Beliebtheit des Turnusverkehrs expandierte das Unternehmen zu Beginn der 1990er-Jahre. Es kam zur Übernahme der Firma Dr. Tesch, welche Kraft - fahrlinien und ein Reisebüro in Mureck betrieb. Langfristig sollte die GKB jedoch nicht an der weiteren Tätigkeit in diesem Bereich interessiert sein. Wie schon in den Jahren zuvor, wurde der Fuhrpark des Unternehmens beständig modernisiert. So kam es alleine im Jahr 1992 zum Ankauf von drei neuen Bussen. Diese wurden allesamt im Reiseverkehr eingesetzt. Ein Jahr später kaufte die GKB fünf neue Busse der Marke Setra S 215 UL. Diese sind noch heute im Einsatz. 1994 kam es zum Kauf eines Busses der Marke Volvo. Außerdem wurden vier weitere

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