Von der Weststeiermark nach Europa
97 tierte die GKB 1977 nur noch 450.000 Tonnen per LKW. Die Einbußen im Vergleich zum Jahr 1970 betrugen mehr als 50 Prozent. Ein mittelfristiges Aus für den Güter - transport per LKW war zu diesem Zeitpunkt bereits absehbar. Insgesamt wurden von der GKB im Jahre 1977 nur noch 1,8 Millionen Tonnen Fracht befördert. Im Ver - gleich zum Jahr 1970 bedeutete dies einen Rückgang von mehr als einem Drittel. Ähnlich wie bei der Güterverkehrsleistung mussten auch im Bereich des Personen - transports Einbußen hingenommen werden. Diese fielen ebenfalls sehr deutlich aus. Der Grund dafür war ironischerweise die Verbesserung der Lebensverhältnisse in Österreich. Diese Entwicklung machte es nun immer mehr Menschen möglich, sich ein eigenes Auto zu kaufen. Die Zahl jener Personen, die auf öffentliche Ver - kehrsmittel angewiesen waren, sank dementsprechend. Im Jahr 1977 nutzten nur noch 2,4 Millionen Menschen das Bahnangebot der GKB. Im Vergleich zum Jahr 1973 bedeutete dies einen Rückgang von etwas mehr als 20 Prozent. Bezogen auf 1970 fielen die Einbußen mit leicht über zehn Prozent nicht ganz so dramatisch aus. Finanzielle Probleme Der immer stärker werdende Individualverkehr machte auch vor der Bussparte der GKB nicht Halt. In diesem Bereich sanken die Fahrgastzahlen ebenfalls spürbar. Ver - glichen mit der Bahnsparte blieben sie jedoch vergleichsweise stabil. 1977 nutzten insgesamt 6,1 Millionen Personen das Busangebot der GKB. Im Vergleich zum Jahr 1973 bedeutete dies lediglich einen Rückgang von weniger als fünf Prozent. Ein Blick auf die Zahlen zu Beginn des Jahrzehnts zeigt, dass der Personentransport per Bus noch immer sehr stark war. So konnte im Vergleich zum Jahr 1970 eine Steigerung von über 20 Prozent erreicht werden. Zur Stabilisierung der Zahlen im Busbereich trug auch die Einrichtung eines Reisebüros im Jahr 1975 bei. Die GKB führte ab die - sem Jahr auch Ausflugsfahrten durch. Diese erfreuten sich bald großer Beliebtheit. Ebenfalls positiv auf die Passagierzahlen wirkte sich die Etablierung des Gemein - schaftsverkehrs zwischen Graz und Köflach mit der Firma Dengg aus. Indirekt pro - fitierte die GKB auch von der Schließung des Bergbaubetriebs in Bergla. Viele der dort beschäftigten Arbeiter wurden nun per Bus zum Karlschacht gebracht, wo sie eine neue Anstellung fanden. Die Eröffnung des Großtagbaues Oberdorf änderte zunächst nichts am Rückgang der Kohlenfördermenge im weststeirischen Revier. Ebenso konnte die zuneh - mende Mechanisierung wegen des Vorabraums anfangs keinen wesentlichen Bei- trag zur Erhöhung der Produktivität leisten. Zusätzlich führte die Schließung von unrentablen Grubenbetrieben zu sinkenden Fördermengen im Bergbaubereich der GKB. Ein Beispiel dafür ist die Einstellung des Grubenbetriebs in Oberdorf am 30. November 1978. Diese aus betriebswirtschaftlicher Sicht notwendige Maßnahme
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