Von der Weststeiermark nach Europa

98 war verantwortlich für den schlagartigen Rückgang der Kohlenproduktion um fast 10 Prozent auf 1,6 Millionen Tonnen im Jahr 1979. Dieser Wert markierte die nied - rigste Fördermenge seit 1948. Der von der GKB erst zehn Jahre zuvor übernommene schwer defizitäre Bergbau - betrieb Fohnsdorf musste 1978 ebenfalls schließen. Viele von der Schließung des Bergbaus Fohnsdorf betroffene Arbeiter fanden in den Gruben des Bezirks Voits - berg eine neue Anstellung. Die Verluste des obersteirischen Glanzkohlenbergbaus führten sogar dazu, dass die GKB rote Zahlen schreiben musste. In einem größeren Zusammenhang betrachtet ist festzustellen, dass die Bergbausparte des Unterneh - mens ohne staatliche Subventionen nicht überlebensfähig war. Wie erwähnt, kam es unterdessen zu einer Modernisierung der Abbaumethoden. Im Jahr 1979 wur - den zwei Schaufelradbagger mit jeweils 500 Tonnen Dienstgewicht zur Kohlen- und Abraumgewinnung im Großtagbau Oberdorf in Dienst gestellt. Diese gehörten zu den größten Bergbaumaschinen in ganz Österreich. Mit kilometerlangen leistungs - fähigen Förderbandanlagen konnten über 1000 Kubikmeter Abraum und Kohle pro Stunde transportiert werden. Aufgrund dieser Modernisierungsmaßnahmen stieg die Kohlenfördermenge bis 1980 wieder auf 1,7 Millionen Tonnen. Eine positive Entwicklung konnte gegen Ende des Jahrzehnts im Güterverkehrs - bereich der GKB verzeichnet werden. Erstmals seit langer Zeit stieg die Menge der beförderten Fracht wieder an. So wurden 1980 wieder 1,55 Millionen Tonnen Güter per Bahn befördert. Dies bedeutete im Vergleich zum Jahr 1977 einen Anstieg um fast 15 Prozent. Währenddessen blieb das mit LKW beförderte Frachtaufkommen stabil. 1980 wurden 475.000 Tonnen befördert, was im Vergleich zu 1977 eine mini - male Erhöhung bedeutete. Insgesamt erhöhte sich dadurch das kombinierte Fracht - aufkommen der GKB auf knapp über 2 Millionen Tonnen. Verglichen mit dem Jahr 1977 bedeutete dies einen Anstieg um etwas mehr als 10 Prozent. Dieser leichte Aufwärtstrend setzte sich in der Folge nicht fort. Die Marke von 2 Millionen konnte zu keinem späteren Zeitpunkt mehr überschritten werden. Überaus stabil blieb die Beförderungszahl im Bereich des Personentransports. Diese änderte sich im letzten Drittel des Jahrzehnts kaum. Insgesamt nutzten 1980 wie schon 1977 etwas mehr als 2,4 Millionen Menschen das Bahnangebot der GKB. Die wichtigste Änderung in der Eisenbahnsparte betraf in diesem Zeitraum den Fuhrpark. Der „Rote Blitz“ war langsam, aber sicher in die Jahre gekommen und musste ersetzt werden. Letztendlich entschied sich die Unternehmensführung für den Ankauf dieselelektrischer Gelenktriebwagengarnituren des Typs VT 70. Die - ses Modell konnte bei einer Höchstgeschwindigkeit von 90 Kilometer pro Stunde 106 Personen befördern. Im Jahr 1980 wurden die ersten Exemplare angeschafft. Schrittweise übernahm der Typ VT 70 die Hauptlast des Personentransportver - kehrs. Der „Rote Blitz“ sollte trotzdem noch zahlreiche Jahre in Betrieb bleiben. In finanzieller Hinsicht erreichten die Verluste im Eisenbahnbereich jedoch ein bedrohliches Ausmaß. Während die Einnahmen im Vergleich zum Jahr 1970 nur

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