Von der Weststeiermark nach Europa
99 minimal auf 127,4 Millionen Schilling gestiegen waren, hatten sich die Ausgaben mehr als verdoppelt. Sie lagen nun bei 266,7 Millionen Schilling. Damit waren sie mehr als doppelt so hoch wie die Einnahmen. Außerdem überstieg der Verlust den gesamten Umsatz. Insgesamt stand so ein Gesamtverlust von 139,3 Millionen Schil - ling zu Buche. In den folgenden Jahren sollte sich dieser noch deutlich erhöhen. Von nun an war die Eisenbahnsparte der GKB auf die im Privatbahnbegünstigungs- Gesetz festgelegten Unterstützungen im Infrastrukturbereich angewiesen. Ohne diese hätte die Bahnsparte der GKB keine realistische Überlebenschance gehabt. Im Gegensatz zum Bahnbereich ging die Personenbeförderungszahl der Bussparte gegen Ende des Jahrzehnts leicht zurück. Diese Entwicklung war weiterhin vor allem auf den stärker werdenden Individualverkehr zurückzuführen. Insgesamt sank die Zahl der mit Bussen beförderten Personen auf 6 Millionen. Der Rückgang fiel damit im Vergleich zu 1977 mit 2 Prozent jedoch kaum ins Gewicht. Bezogen auf das Jahr 1970 bedeuteten 6 Millionen Menschen, die das Busangebot der GKB nutzten, noch immer einen Zuwachs von mehr als 20 Prozent. Zur Stabilisierung der Passagierzahlen trug auch die Einrichtung eines Werksverkehrs von Fohnsdorf nach Köflach bei. Diesen nutzten jene Arbeiter, die nach der Schließung des letz - ten Bergwerkes im Murtal nun im Bezirk Voitsberg eine neue Anstellung fanden. Der Fuhrpark wurde Ende der 1970er-Jahre beständig erweitert. So kam es 1978 zur Anschaffung von vier Bussen. Als Lieferant fungierte die Firma MAN. Drei der vier Exemplare wurden speziell für den Reiseverkehr gekauft. 1979 kam es erstmals zur Anschaffung von Gelenkbussen des Typs Gräf und Stift. Anders als der Bahnbereich war die Bussparte in finanzieller Hinsicht ohne staatliche Hilfen überlebensfähig. Zu Beginn der 1980er-Jahre konnte die Bergbausparte der GKB endlich wieder eine Steigerung der Produktion erreichen. Diese fiel sogar sehr hoch aus. So wurden 1982 insgesamt 2,1 Millionen Tonnen Kohle gefördert. Dies bedeutete den höchs - ten Wert seit 1974. Im Vergleich zum Beginn des Jahrzehnts wurde ein gewaltiger Zuwachs von fast 25 Prozent erreicht. Langfristig sollte das Jahr 1982 jedoch eine Ausnahme darstellen. Immer weniger Betriebe und Haushalte setzten nämlich auf Kohle als Brennstoff. Die Marke von 2 Millionen geförderten Tonnen Kohle pro Jahr sollte die GKB daher nicht mehr erreichen. Bereits 1983 sank die Fördermenge zu Lasten der Grubenbetriebe wieder auf 1,75 Millionen Tonnen. In den ersten Jah - ren des neuen Jahrzehnts gewann der Großtagbau Oberdorf an Bedeutung für die gesamte Kohlenproduktion. Insgesamt wurden mehr als 6 Millionen Tonnen Abraum pro Jahr bewegt. Der Großtagbau Oberdorf sollte für die nächsten zwei Jahrzehnte der mit Abstand größte und leistungsfähigste Bergbaubetrieb Öster - reichs bleiben. Unterdessen nahm die Güterverkehrsleistung der GKB zu Beginn der 1980er-Jahre dramatisch ab. Vor allem die Eisenbahnsparte war von dieser Entwicklung betrof- fen. So sank das Frachtaufkommen zwischen 1980 und 1983 um fast ein Drittel. Die -
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