Von der Weststeiermark nach Europa

91 sich jedoch auf das Jahr 1968. Verglichen mit dem Güterverkehrsbereich blieb die Zahl der beförderten Personen jedoch stabil. Dies gilt auch im Hinblick auf den Beginn des Jahrzehnts. Verglichen mit dem Jahr 1960 hatte sich die Passagierbeför - derungszahl kaum verändert. Unterdessen ging die zaghafte Modernisierung des Fuhrparks weiter. So wurden 1968 zwei weitere Diesellokomotiven angeschafft. Beide waren zum Kaufzeitpunkt bereits deutlich über 20 Jahre alt. 1969 kam es schließlich zur Anschaffung einer vergleichsweise neuen Diesellokomotive. Diese war 1955 gebaut worden. Die stetige Zunahme des motorisierten Individualverkehrs wirkte sich gegen Ende des Jahrzehnts weiterhin negativ auf die Kraftwagensparte der GKB aus. Der Rück - gang an Passagieren fiel dabei jedoch geringer aus als in den Jahren zuvor. Dennoch wurde die Marke von 5 Millionen beförderten Personen 1970 unterschritten. Insge - samt nutzten in diesem Jahr nur noch 4,9 Millionen Menschen das Busangebot der GKB. Verglichen mit dem Jahr 1967 bedeutete dies einen Rückgang von unter fünf Prozent. Betrachtet man jedoch die gesamte Dekade, so konnte eine Steigerungs - rate von einem Drittel erzielt werden. Trotz der stagnierenden Personenbeförde - rungszahlen wurde die Busflotte der GKB beständig modernisiert. Alleine im Jahr 1969 kam es zur Anschaffung von vier neuen Bussen. Als Lieferant fungierte wieder einmal Büssing. Ein Jahr später wurde vom selben Unternehmen ein weiterer Bus gekauft. Die Einbußen im Bereich des Fracht- und Personenverkehrs hatten auch Auswir - kungen auf die finanzielle Situation der Eisenbahnsparte. So musste die GKB im Jahr 1970 Verluste hinnehmen. Während die Einnahmen im Vergleich zum Jahr 1960 nur moderat auf 100,9 Millionen Schilling stiegen, kam es zu einer massiven aus - gabenseitigen Steigerung. Insgesamt betrugen die Aufwendungen für den Erhalt des Bahnbetriebs im Jahr 1970 bereits 119 Millionen Euro. Im Vergleich zum Jahr 1960 bedeutete dies eine Steigerung von mehr als zwei Drittel. Letztendlich betrug der Gesamtverlust daher 18,1 Millionen Schilling. Gute Betriebsergebnisse im Kraft - wagenbereich vermochten die finanziellen Einbußen jedoch noch einigermaßen zu kompensieren. Die Reformmaßnahmen Kreiskys und ihre Auswirkungen auf die GKB In politischer Hinsicht markierte das Jahr 1970 eine wichtige Zäsur. Nach 25 Jahren, in denen die ÖVP den Bundeskanzler stellte, wurde mit Bruno Kreisky ein Sozial- demokrat an die Spitze der Regierung gewählt. Seine Minderheitsregierung war zunächst auf die Unterstützung der FPÖ angewiesen. Bei den Neuwahlen des Jahres 1971 gelang es der SPÖ jedoch, die absolute Mehrheit zu erlangen. Diese konnte die Partei bis 1983 verteidigen. In diesem Zeitraum wurden einschneidende Gesetze erlassen, welche Österreich in Teilen noch bis heute prägen. Von vielen

RkJQdWJsaXNoZXIy NTgxNjc=