Von der Weststeiermark nach Europa
93 1973 durchgeführt. Dabei ergänzte die insgesamt dreizehnte Lokomotive der Reihe 50 den Fuhrpark des Unternehmens. Als Lieferant fungierte abermals die ÖBB. Damit endete nach mehr als 110 Jahren die Beschaffung von Dampflokomotiven. Auf den Strecken der GKB sollten sie jedoch noch längere Zeit im Einsatz bleiben. Letztlich startete auch im Güterverkehrsbereich und im Verschubdienst langsam, aber sicher der Umstieg auf Dieseltraktion. Bereits im Jahr 1964 war die dieselelek - trische Streckenlokomotive DE 750.1 angeschafft worden. Zwei weitere Exemplare dieses Typs ergänzten bis zum Jahr 1969 den Fuhrpark der GKB. Zwischen 1968 und 1980 kamen drei dieselmechanische Kleinlokomotiven für den Baudienst hinzu. Sechs dieselhydraulische Strecken- und Verschublokomotiven verschiedener Typen erwarb die GKB in den Jahren 1968 bis 1977. Ende der 1970er-Jahre setzte die GKB insgesamt 13 Diesellokomotiven ein. Die mit demAnkauf der Schienenbusse im Jahr 1953 begonnene Wende hin zur neuen Antriebsform war damit endgültig vollzo - gen. Ältere Dampflokomotiven sollten jedoch noch lange im Dienst bleiben. Während das Frachtverkehrsaufkommen im Eisenbahnbereich stieg, musste der Gütertransport per LKWweiterhin Rückgänge verzeichnen. Bis 1973 sank die Beför - derungsmenge auf 825.000 Tonnen, was einem Rückgang von über 20 Prozent ent - sprach. Mittelfristig sollte sich dieser Abwärtstrend fortsetzen. An das Frachtver- kehrsaufkommen der 1960er-Jahre kam die Kraftwagensparte der GKB nicht mehr heran. Vor allem der steigende Ölpreis trug massiv dazu bei. Daher begann man sich langsam die Frage nach der Zukunft des Kraftwagentransportsektors zu stellen. Zu den wichtigsten Errungenschaften der Ära Kreisky zählt der Ausbau des öster - reichischen Wohlfahrtstaates. Zu diesem Zweck wurden Gesetze beschlossen, die entweder direkte finanzielle Zuschüsse ermöglichten oder bisher kostenpflichtige Leistungen frei zugänglich machten. Für die GKB war dabei vor allem die Einfüh - rung der Schülerfreifahrt im Jahr 1971 von Bedeutung. Diese Maßnahme sorgte dafür, dass sich die Zahl der jungen Menschen, welche öffentliche Verkehrsmittel benutzten, massiv erhöhte. Ebenfalls wichtig war die Abschaffung der Studienge - bühren im Jahr 1972. Dadurch war es vielen Personen aus ärmeren Verhältnissen möglich, eine Universität zu besuchen. Weststeirische Studierende wurden dabei natürlich meist mit Verkehrsmitteln der GKB zu Grazer Hochschulen gebracht. Besagte politische Maßnahmen führten dazu, dass in den ersten Jahren des neuen Jahrzehnts wieder mehr Menschen das Eisenbahnangebot der GKB nutzten. So stieg die Zahl der Fahrgäste zwischen 1970 und 1973 um 10 Prozent. Dadurch konnte die Marke von 3 Millionen Passagieren wieder überschritten werden. Im Jahr 1973 wurden insgesamt 3,07 Millionen Menschen mit Zügen der GKB befördert. Das Unternehmen begann nun auch damit, die Personenwaggons zu modernisieren. Zu Beginn der 1970er-Jahre waren diese bereits stark in die Jahre gekommen. 1973 wurde schließlich mit dem Ankauf von sogenannten Spantenwagen begonnen. Als Lieferant fungierte die ÖBB. Im Gegensatz zu den bisher von der GKB verwendeten
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